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Bild: Hanns Tschira aus „Abschied von Lübchen“


Hans J. Nitschke

Mit diesem Thema war am 20.Juni 2009 in Militsch/Milicz eine Ausstellung unter dem Titel „Exodus des Bartschtals“ eröffnet worden.  Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der niederschlesischen Gemeinden Militsch, Trachenberg, Prausnitz, Kraschnitz und Freyhan sowie der Heimatkeisgemeinschaft Militsch-Trachenberg.
Die Ausstellung hat sich zur Aufgabe gemacht, das Schicksal der Menschen, die bis 1945 im ehemaligen Kreis Militsch-Trachenberg gewohnt haben und der Menschen, die danach dorthin kamen, gemeinsam zu zeigen. Es wird hier keine politische Aussage bzw. Wertung gemacht – es soll an einzelnen Schicksalen die tragischen Vorgänge des Jahres 1945/1946 gezeigt werden, unter denen hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen zu leiden hatten.

Die Ausstellung hat jetzt schon ihren Anspruch als Wanderausstellung alle Ehre gemacht. Nach fünf Stationen im Militscher Gebiet und weiteren fünf Stationen in Deutschland geht sie nun auf Einladung des Marschalls der Woiwodschaft Niederschlesien, der auch die Schirmherrschaft übernommen hat, nach Breslau.
„Exodus des Bartschtals“ wird am 22. Februar 2012, 14.00 Uhr, in der städtischen Bibliothek „Mediateka“ am Theaterplatz 5 eröffnet und ist dort bis zum 20. März 2012 zu sehen.

Öffnungszeiten:
Montag und Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch 12.00 – 16.00 Uhr
Donnerstag und Freitag 10.00 – 20.00 Uhr
Sonnabend 10.00 – 15.00 Uhr

Mehr als 15.000 Besucher haben die Ausstellung bisher gesehen, Deutsche und Polen. Die Resonanz war durchweg positiv.
Der Ursprung der Ausstellung war eine gleichnamige Ausstellung in Springe am Deister, die vom dortigen Museumsverein erstellt worden ist. Die Eröffnung der Ausstellung traf mit dem 27. Bundestreffen der Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg zusammen, welches vom 27. bis 29. Juni 2008 in Springe stattfand. Die polnischen Gäste des Bundestreffens, Bürgermeister aus unseren fünf Heimatgemeinden, waren von der Ausstellung sehr beeindruckt. In der Folgezeit ist der Wunsch an uns herangetragen worden, diese Ausstellung auch in Polen, in ihren Gemeinden zu zeigen. Von unserer Seite wurde dieser Gedanke begrüßt. Jedoch wurde von uns der Vorschlag gemacht, auch das Schicksal der Menschen zu zeigen, die heute in unserer Heimat wohnen.

Die Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg hat in den vergangenen Jahren schon einige gemeinsame Projekte mit den heutigen Bewohnern unseres Heimatkreises durchgeführt. So haben wir in den letzten drei Jahren Gedenksteine für unsere Toten in den fünf Großgemeinden aufgestellt und feierlich einweihen können. Außerdem haben wir 2007 in der Militscher Gnadenkirche einen ökumenischen Gottesdienst aus Anlaß des 300-jährigen Jubiläums des Altranstädter Vertrages und 2009 die Grundsteinlegung der Kirche vor 300 Jahren gefeiert.

Die Ausstellung ist ein weiterer Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung und ist jetzt so wichtig, da die Erlebnisgeneration noch wesentliche Beiträge machen kann.