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| Die
Heimatkreisgemeinschaft Militsch-Trachenberg ist ein
Zusammenschluß von ehemaligen Bewohnern des Kreises
Militsch-Trachenberg, die 1945 aus ihrer Heimat
geflüchtet bzw. vertrieben worden sind, sowie deren Nachkommen. Der damalige
Landrat Dr. von Saint Paul hat die über ganz Deutschland
verteilten Kreisbewohner in der Heimatkreisgemeinschaft
versammelt, mit dem Ziele, Familien und Freunde wieder
zusammenzuführen und das traditionelle und kulturelle
Erbe zu erhalten. Am 17.Juni 1957 hat der damalige Kreis Springe am Deister die Patenschaft für den früheren Kreis Militsch-Trachenberg übernommen. Von diesem Tage an hatten die aus ihrer Heimat vertriebenen Militsch-Trachenberger wieder einen Ort als symbolische Heimat, der als zentraler Sammelpunkt zu einem festen Begriff für heimatliche Zusammengehörigkeit und die vielen damit verbundenen Aufgaben geworden ist. Eine dieser Aufgaben war und bleibt die Organisation des seitdem alle zwei Jahre stattfindenden Treffens der Militsch-Trachenberger in Springe, obwohl die Patenschaft durch Kommunalreform inzwischen auf die Region Hannover übergegangen ist. Heimatgefühl und Verbundensein mit unseren Landsleuten waren und bleiben Sinn unserer Gemeinschaft. Dazu gehörten insbesondere auch die Aktionen für unsere Militsch-Trachenberger jenseits des eisernen Vorhanges. So wurde Rentnern durch Freiquartiere und Beihilfen die Teilnahme an unseren Treffen ermöglicht, Paket- und Päckchenversand organisiert und Anschriften für Gruß- und Briefsendungen in der nur im Westen erschienenen Heimatzeitung veröffentlicht. Danach, ab 1990, als in Deutschland und Osteuropa die Grenzen fielen, kamen für uns neue Aufgaben hinzu. Zunächst wurden in der ehemaligen DDR, wo nach dem Krieg die Masse der ehemaligen Bewohner des Kreises Militsch-Trachenberg angesiedelt worden sind, Heimattreffen veranstaltet, die zuvor verboten waren. Seitdem treffen sich in Sachsen jedes Jahr bis zu 2000 Heimatfreunde. Auch wurden die Reisen in die Heimat, privat oder mit Bus, intensiviert. Nach anfänglichen nur privaten Kontakten ergaben sich im Laufe der Jahre durch Schüler der ehemaligen Ostlandschule in Militsch, heute I. Liceum, auch offizielle Kontakte, die ab 1994 zu den ersten Schulpartnerschaften zwischen dem Otto-Hahn-Gymnasium in Springe und dem I. Liceum in Militsch geführt haben. Seit fast 10 Jahren besuchen sich Schüler beider Schulen. Sie werden jeweils von polnischen und deutschen Gasteltern aufgenommen. Neue Schulpartnerschaften sind durch unsere Mithilfe zwischen Schulen aus Freyhan/Cieszków und Trachenberg/Zmigród mit entsprechenden Bildungseinrichtungen in Groitzsch und Karlsruhe-Grötzingen entstanden. Weitere Zeichen der guten Verhältnisse sind nicht nur die Reisen unserer Landsleute in ihre alte Heimat, wo sie freundlich aufgenommen werden, sondern auch unser Bemühen, auf zentralen Friedhöfen in unserer Heimat unserer Toten zu gedenken. In Absprache mit den örtlichen Bürgermeistern und Gemeinderäten sind Gedenksteine mit zweisprachigen Gedenktafeln in Militsch, Freyhan, Trachenberg, Prausnitz und Kraschnitz aufgestellt worden. In allen diesen Projekten wollen wir mitarbeiten, die Gräben der Vergangenheit zu überbrücken und die deutsch-polnische Freundschaft zu festigen und auszubauen. |